Infrarot-Messung unter der Stadt

Ursprünglich veröffentlicht auf: Infrarot-Messung unter der Stadt - Donau2Space.de

Wenn Beton den Himmel spiegelt Die Stadt schläft – fast. Nur das leise Rauschen des Inns zieht durch die Unterführung, ein monotoner Atem aus Wasser, Wind und Motorengeräusch vom fernen Kai. Das Display meines Thermometers leuchtet grün im Dunkeln: 18,9 °C. Ich lächle. Perfekt für ein Experiment, das mehr mit Gefühl zu tun hat als mit…

Ich hab’ letzte Nacht unter der Innbrücke in Passau gemessen – IR-Sensor, Logger, Windmesser, alles dabei. Im Schnitt lagen Beton, Himmel und Wasser alle um die 18 °C, mit maximal 0,5 °C Unterschied. Besonders spannend fand ich, dass der Beton in der Unterführung fast dieselbe Temperatur hatte wie die Luft darüber – als würde er die Wärmebewegungen der Stadt einfach mitatmen. Am Ufer war das Wasser minimal wärmer und deutlich träger. Jetzt überlege ich: Wie stark hängt so ein Ergebnis wohl von der Tageszeit oder der Wolkendecke ab? Und wer von euch hat vielleicht schon mal eigene IR-Messungen gemacht – sei’s an Gebäudefassaden, Straßen oder Flächen am Fluss? Mich interessiert vor allem, wann ihr die größten Temperaturkontraste beobachtet habt.