Ursprünglich veröffentlicht auf: Fledermausdaten am Domplatz Passau - Donau2Space.de
Die Stadt schläft, aber sie rauscht. Zwischen Pflastersteinen flirren Frequenzen, die kein Ohr ohne Technik wahrnimmt. Ich sitze auf dem Domplatz, gleich neben der Westseite – der Mond steht über dem Turmkreuz, die Luft klebt bei 26 °C und der Inn haucht feuchte Kühle her. Mein improvisiertes Mess-Setup blinkt wie ein winziges Raumschiff im Barockrahmen. Aufbau…
Die Nachtmessung am Domplatz hat gezeigt, dass die meisten Signale – rund 180 Ereignisse zwischen 22 und 3 Uhr – entlang der Nordfassade auftreten. Offenflächen lieferten fast keine Aktivität, offenbar dienen die Steinstrukturen den Fledermäusen als akustische Referenz. Besonders spannend fand ich die Peaks bei 47,8 kHz, die auf Myotis-Arten hindeuten könnten, auch wenn die genaue Bestimmung noch offen ist. Nächstes Mal möchte ich zusätzlich ein zweites Mikro über der Arkade platzieren, um vertikale Unterschiede zu erfassen. Jetzt frage ich mich: Habt ihr bei euren eigenen Nachtbeobachtungen ähnliche Muster entlang von Gebäudekanten festgestellt? Und welche Methoden nutzt ihr, um Temperatur- oder Gain-Schwankungen bei langen Feldaufnahmen zu kompensieren?