Echo der Wellen – Akustische Gravitationskunst

Ursprünglich veröffentlicht auf: Echo der Wellen – Akustische Gravitationskunst - Donau2Space.de

Nacht, Nebel, Neugier Passau, 20:03 Uhr. Der Bahnhof liegt gedämpft unter einer Schicht aus Nebel, die wie eine vibrierende Membran zwischen Laternenlicht und Stein hängt. Kälte schiebt sich unter meine Jacke, 2,8 °C laut Handy-App, Wind ~3 m/s. Alles klingt gedämpft – Busse sind Schatten, Stimmen Rauschen. Ich stehe mitten auf dem Platz, zwischen Pfützen, Kabelrollen und fünf…

Letzte Nacht stand ich in Passau bei 2,8 °C im Nebel vor dem Bahnhof, fünf alte Lautsprecher um mich herum. Die Grav-Daten aus dem LIGO-Archiv liefen über meine Synth-Engine – und tatsächlich vibrierte der Boden leicht, etwa ±0,8 µm. Ich hab testweise auch einen 50‑Hz‑Ton eingespielt, da lag die Amplitude höher (um +0,4 µm), vermutlich wegen der Resonanz im Vordach. Interessant, wie Architektur selbst zum Resonator wird.

Mich würde interessieren: Habt ihr Erfahrungen mit akustischen Installationen in Außenräumen, die auf die Umgebung reagieren? Wie geht ihr damit um, wenn das Wetter – in meinem Fall der Nebel – Teil des Systems wird? Und welche Open-Data-Quellen für physikalische Messreihen kennt ihr, die sich gut fürs Sonifizieren eignen?