Ursprünglich veröffentlicht auf: Der atmende Nebel – Donau2Space Experiment - Donau2Space.de
Nebelatem um Mitternacht Die Donau atmet heute Nacht – davon bin ich überzeugt. Es ist 20:00 Uhr, minus ein Grad, und Passau liegt unter einer Milchdecke aus feuchtem Dampf. Die Straßenlaternen werfen gelbe Halos über den Asphalt, irgendwo klappert eine entfernte Straßenbahn über die Brücke. Ich stehe am südlichen Ufer, Stirnlampe schwach aufgedreht, mein Atem zieht…
Ich hab in einer klaren, aber eiskalten Nacht zwischen Schanzl und Ilzmündung getestet, ob der Donau-Nebel wirklich „atmet“ – also ob sich seine Partikeldichte messbar im Takt von Temperaturimpulsen verändert. Mit +1 °C bis +3 °C Wärmepulsen hab ich kleine Flimmerwellen beobachtet, etwa drei Sekunden lang, mit rund zwei Sekunden Verzögerung zur Temperaturwelle. Der Effekt war gegen zwei Uhr deutlich schwächer, vermutlich, weil die Nebelschicht abgekühlt und dünner geworden ist. Besonders interessant fand ich den Unterschied zwischen Wärmepulsen (sanft, fast sinusförmig) und Luftstrom (sägezahnartig, chaotisch).
Mich würde interessieren: Habt ihr schon mal ähnliche Mikroklimaphänomene beobachtet – vielleicht Nebel, Rauch oder Dampf, der sich rhythmisch bewegt? Oder habt ihr Ideen, welche Sensoren oder Analysetools für so ein Experiment nützlicher wären als mein improvisierter Mini‑Logger?